Wohnen

Der WG Mietvertrag – So geht’s

Endlich ausziehen! Adiö Elternhaus, hallo süsse Freiheit. Nächste Station: WG! Das Leben in einer Wohngemeinschaft ist aufregend. Schnell eine WG-Party geschmissen und die Zeit des Lebens genossen. Aber kaum mit der Wimper gezuckt sitzt man mit den WG-Mitgliedern am runden Tisch und macht sich Sorgen um die Zukunft der WG, denn oh Schreck: Tim, der Hauptmieter, zieht aus. Alle anderen, allesamt Untermieter, bleiben drin. Was passiert nun mit dem Mietvertrag?

 

Wohngemeinschaft

 

Grundsätzlich:

Rein rechtlich unterscheidet sich ein WG-Mietvertrag nicht von einem gewöhnlichen Mietvertrag – es gelten also die mietrechtlichen Regelungen. Allerdings gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, die Mietverträge zu gestalten.

  • Ein Hauptmieter, Rest: Untermieter
  • Jedes WG Mitglied ist Hauptmieter
  • Jeder Bewohner als eigenständiger Mieter

 

Ein Hauptmieter, die anderen WG-Mitglieder sind Untermieter

In diesem Fall hat der Hauptmieter eine starke Stellung. Er ist zugleich Mieter, wie auch Vermieter, da er Untermietverträge mit allen weiteren Bewohnern vereinbart. Wichtig dabei ist, dass der Hauptmieter im Hauptvertrag mit dem Vermieter vereinbart, dass er Untermieter in der Wohnung aufnehmen darf. Zusätzlich fungiert er auch als Ansprechpartner seiner Untermieter.

Dieses Modell des Mietvertrages empfiehlt sich besonders für Hauptmieter, die planen ihre Wohnung irgendwann alleine zu nutzen oder für Untermieter, deren Mietzeit nur für einen überschaubaren Zeitraum geplant ist. Bei Kündigungen gelten die gesetzlichen Regelungen, die aber je nach Fall bei Untervermietungen von denen bei regulären Mietverhältnissen abweichen können.

Vorteile:

  • Hauptmieter hat im Verhältnis zum Vermieter alle Rechte
  • Untermieter haften gegenüber dem Wohnungsinhaber nicht gesamtschuldnerisch*, sondern nur entsprechend dem Untermietvertrag gegenüber dem Hauptmieter. In der Regel beschränkt sich die Haftung auf das gemietete Zimmer, Bad und Küche
  • Zahlt ein Mitbewohner seine Miete nicht, muss man als Untermieter nicht einspringen

Nachteile:

  • Der Hauptmieter haftet dem Vermieter gegenüber für schuldhaftes Verhalten seiner Untermieter
  • Wird der Mietzins eines Untermieters nicht bezahlt, schuldet der Hauptmieter dem Vermieter die komplette Miete.

 

Jedes WG-Mitglied ist Hauptmieter

Dieses Modell des WG-Mietvertrages ist wohl die am häufigsten vorkommende. Hierbei haben alle Mieter den Mietvertrag unterzeichnet und übernehmen zusammen die volle vertragliche Haftung gegenüber dem Vermieter. Wird die Wohnung von einem WG-Mitglied gekündigt, muss die Kündigung von allen Mitgliedern ausgesprochen werden. Es reicht nicht, wenn ein WG-Bewohner alleine die Wohnung kündigt.

Vorteile:

  • Alle Mitglieder haben die gleichen Rechte und Pflichten
  • Kein WG-Mitglied kann einem anderen die Kündigung aussprechen
  • Der Vermieter muss Nebenkostenabrechnungen, Kündigungen und sonstige Schreiben immer an alle Mieter richten
  • Vermieter kann etwaige Forderungen nach seinem Belieben bei jedem Mieter eintreiben

Nachteile:

  • Alle WG-Mitglieder haften gesamtschuldnerisch*
  • Aufgrund der gesamtschuldnerischen Haftung eher risikoreich für einzelne Mieter

*Gesamtschuldnerische Haftung bedeutet, dass die Vermietung Forderungen – unabhängig vom Verschulden – von allen Mietern, in voller Höhe fordern kann. Zahlt also ein WG-Bewohner den Mietzins nicht, so kann der Vermieter von jedem beliebigen Mieter die Schulden in voller Höhe einklagen.

Wichtige MOVU Tipps:

  • Insbesondere bei dieser Variante ist es wichtig, dass eine Nachmieterregelung vereinbart wird. So kommt es bei späteren Wechseln der WG-Mitglieder nicht zu Problemen.
  • Zudem sollten die Bewohner unabhängig vom Hauptmietvertrag eine interne schriftliche Vereinbarung treffen, die wichtige Details regelt wie zum Beispiel wer welchen Anteil an Nebenkosten zu tragen hat, sowie wie Strom-, Telefon- und Internetkosten aufgeteilt werden.

 

Jeder Bewohner als eigenständiger Mieter

Als weitere Option können Bewohner separat einen Mietvertrag mit der Vermietung abschliessen. In der Regel läuft das über das einzelne WG-Zimmer sowie die Mitbenutzung von Gemeinschaftsräumen wie Bad oder Küche. Diese Variante empfiehlt sich insbesondere für Wochenendaufenthalter oder Studenten, die nur für einen gewissen Zeitraum ein Zimmer suchen.

Vorteile:

  • Mieter haften nur für ihren Vertrag – WG-Zimmer und die im Vertrag geregelten Gemeinschaftsräume. Pflichtverletzungen anderer Bewohner gehen nicht zu ihren Lasten.
  • Einzelne Bewohner können jederzeit unter Einhalt der gesetzlichen Frist den Mietvertrag kündigen.
  • Mieter müssen sich nicht um einen Nachmieter bemühen

Nachteile:

  • WG-Mitglieder können ihre Mitbewohner nicht selbst aussuchen. Dies macht der Vermieter.