Wohnen

Liebe, Freunde, Eierkuchen: Tipps für ein entspanntes WG-Leben

WG-Leben – im besten Falle sind die Mitbewohner wie eine zweite Familie. Man lebt zusammen, feiert gemeinsame Partys und bespricht alles offen miteinander. In guten wie in schlechten Zeiten. Wie gesagt, das ist der Optimalfall. WG-Leben kann auch richtig in die Hose gehen. Bereits wenn man morgens in die Küche kommt, ärgert man sich über dreckiges Geschirr in der Spüle. Und spätestens, wenn der neue Mitbewohner seine Mucke wieder mitten in der Nacht voll aufdreht, reisst der Geduldsfaden. Dabei kann Zusammenleben so einfach sein, wenn man bloss ein paar simple, aber grundlegende Regeln einhält.

WG-Leben bedeutet Freundschaft, Zusammenhalt, aber auch ein hohes Mass an Konfliktpotenzial

WG-Leben bedeutet Freundschaft und Zusammensein

 

Passts, oder passts nicht?

Bereits bei der Wahl der Mitbewohner kann man einiges verkehrt machen. Nur, weil man befreundet ist, heisst es nicht, dass man automatisch wunderbar miteinander wohnen kann. Sind Sie eine sehr organisierte und ordentliche Person, geht Ihnen auch irgendwann der beste Freund auf den Geist, wenn er immer seine Sachen herumliegen lässt. Überlegen Sie sich, was Ihnen im Zusammenleben wichtig ist und sprechen Sie das bei den WG-Castings ruhig an.

Haben Sie ausserdem Bock auf eine grosse WG mit mehr als 5 Mitbewohnern und dementsprechend viel Action in der Bude? Wenn ja, gut. Wenn nicht, Finger weg!

 

Ämtli-Plan

Klingt spiessig, kann im Ernstfall aber Leben und Freundschaften retten. Legen Sie im Ämtli-Plan fest, wer welche Aufgaben wann zu erledigen hat. Wie wäre es mit einem gemeinsamen Putztag bei voll aufgedrehter Lieblingsmusik? Dann geht alles viel leichter von der Hand und Sie „leiden“ gemeinsam. Das schwarze Schaf der WG ist trotzdem nicht regelmässig zum Putzen zu bewegen? Alles klar, dann muss eine Strafe her. Pro nicht erledigter Aufgabe, muss der oder die Schuldige die WG bekochen oder den nächsten Kasten Bier bezahlen. So hat jeder was davon.

 

Kühlschrank ist King

Mmmmh, yummie! Verschimmelte Essensreste, und das direkt zum Frühstück. Nee, echt, da vergeht einem der Appetit. Am besten richtet sich jeder ein eigenes Fach im Kühlschrank ein, so kann der Übeltäter direkt identifiziert und dingfest gemacht werden. Ausreden zählen nicht!

 

Der Blick hinter die Schulter

Früher haben die Eltern hinter Ihnen her geräumt, jetzt müssen Sie das selbst erledigen. Schauen Sie einmal hinter sich, wenn Sie einen Raum verlassen. Entfernen Sie Ihre Haare aus Waschbecken und Dusche und lassen Sie keine Bierflaschen auf dem Wohnzimmertisch herumstehen. Das ist wirklich kein Aufwand und sorgt für eine gewisse Grundordnung.

 

Together again: Gemeinsame Aktivitäten

Nicht nur putzen sollten Sie mit Ihren Mitbewohnern gemeinsam. Das Zusammenleben wird viel schöner, wenn man auch in der Freizeit Sachen miteinander unternimmt. Wie wäre es mit einem festen Tag pro Monat, an dem Sie nur mit der Wohngemeinschaft unterwegs sind? Zum Beispiel Grillen im Park oder ein Besuch auf dem Flohmarkt? Und zwar wirklich nur die WG-Bewohner, Gäste sind tabu!

 

Eigenes Zimmer, eigene Regeln

Dieser riesige Fernseher, die schmutzigen Socken auf dem Fussboden und die Pizzaschachtel auf dem Schreibtisch. So wie Ihr Mitbewohner würden Sie es nicht aushalten? Müssen Sie ja auch nicht. In seinem Zimmer darf jeder so leben wie er will. Beim Zusammenleben auf engem Raum braucht jedes WG-Mitglied auch einen Rückzugsraum, den er so gestalten darf, wie er mag. Das eigene Zimmer bedeutet Privatsphäre, die von allen akzeptiert werden muss.

 

Toleranz und Rücksicht

Sie haben morgen eine wichtige Prüfung, aber aus dem Nebenzimmer dröhnt um Mitternacht immer noch Heavy Metal. Das ist natürlich uncool. Informieren Sie die Mitbewohner, wenn Sie am nächsten Tag fit und ausgeschlafen sein müssen. Besonders in ringhörigen Wohnungen ist Rücksichtnahme gefordert. Und sollten Sie selbst Besuch erwarten oder noch spät abends auf Ihrer Geige üben wollen, fragen Sie Ihre Mitbewohner, ob das ok ist.

 

Konflikte offen ansprechen

Wer kennt das nicht – auf die Frage, ob alles in Ordnung sei, bekommt man ein schnippisches „Ja, alles ok“ als Antwort, welches sich aber stark nach dem Gegenteil anhört. Ups, da läuft etwas schief. Sprechen Sie Konflikte offen und frühzeitig an. Berufen Sie ein WG-Meeting ein, wenn Sie das Gefühl haben, etwas läuft nicht rund. Oft sind es nur kleine Stellschrauben, an denen gedreht werden muss, um die Harmonie wieder herzustellen.

 

Läuft trotzdem nicht?

Wenn all diese Tipps gar nichts nützen, kann man auch nichts erzwingen. Überlegen Sie sich, ob Sie nicht vielleicht doch eine andere WG suchen sollten. In den eigenen vier Wänden ist eine gute Stimmung einfach unerlässlich.