Wohnen

Energie sparen im Haushalt: Gut geschleudert ist halb getrocknet

Das Radio dudelt, Wasser rauscht durch die Dusche, auf dem Herd ein Topf zum Spaghettiwasser heiss machen, auf dem PC noch schnell Facebook gecheckt und die Heizung hoch gedreht, weil es sonst kalt wird in der Bude. Nichts geht mehr ohne Strom, Energie, Wasser – alles kommt direkt in unsere Wohnung. Wer einmal eine Weile auf einer Hütte in den Bergen gelebt und sich morgens im Gebirgswasser gewaschen hat, weiss, dass wir im Alltag puren Luxus geniessen. Nun verlangt keiner von Ihnen, das Wasser mit einem Eimer aus dem Brunnen zu holen. Aber ein bisschen Energie und Wasser sparen wirkt sich nicht nur auf die Umwelt positiv aus, sondern auch auf Ihr monatliches Nebenkosten-Budget. Auf welche Sachen Sie im Haushalt wirklich achten sollten, verraten wir Ihnen hier mit ein paar Spartipps.

Energie sparen im Haushalt

Energie sparen im Haushalt hilft auch Ihrem Geldbeutel.

 

Gemütlich und warm: Sparen beim Heizen

Ohne Heizung geht in der Wohnung schon mal gar nichts. Warm eingekuschelt mit einem Buch auf dem Sessel zu sitzen ist auch einfach zu schön. So heiss wie in der Sahara sollte es dabei trotzdem nicht werden, sonst verschwenden Sie viel zu viel Energie.

Raumtemperatur:

Auch wenn Sie es warm mögen, mehr als 20°C sollten in Ihren Wohnräumen nicht herrschen. Im Schlafzimmer genügen sogar 18°C. Damit Ihre optimale Schlaftemperatur auch erreicht wird, denken Sie dran, die Heizkörper abends rechtzeitig herunterzudrehen.

Entlüften:

Hören Sie ein Gluckern in den Heizkörpern? Das bedeutet, dass Luft im System ist. Das Wasser kann nicht richtig zirkulieren und die Heizung bleibt teilweise kalt. Mit einem speziellen Entlüftungsschlüssel oder auch mit einem Schlitzschraubenzieher lässt sich das Ventil an der Seite öffnen und die Luft entweicht. Entlüften spart bis zu 15 Prozent der Heizkosten ein!

Richtig lüften:

Lüften gilt nicht nur für Heizkörper, sondern auch für Ihre Wohnung. Statt die Fenster den ganzen Tag auf Kipp zu lassen, empfiehlt sich mehrmals am Tag ein kurzes Stosslüften. Dauerkipp sorgt nämlich nicht wirklich für Frischluft und verschwendet dazu noch Energie.

Klug einrichten:

Die riesige Sofalandschaft sollte nicht unbedingt direkt vor dem Heizkörper aufgebaut werden. Dann gibt es nämlich einen Wärmestau. Der Heizkörper sollte stattdessen ungehindert seine Wärme in den ganzen Raum abgeben können.

Abwärme einkalkulieren:

Kühlschrank, Herd und andere Elektrogrossgeräte produzieren zum Teil ordentlich Abwärme. Die Heizung muss in der Küche also nicht auf volle Pulle gestellt werden. Merken Sie sich: Wenn man die Raumtemperatur nur um ein Grad Celsius senkt, kann man fünf bis zehn Prozent der Heizenergie sparen.

Intelligente Haustechnik:

Es gibt mittlerweile ein grosses Angebot von intelligenter Haustechnik. Über Apps können Sie steuern, dass Ihre Wohnung auf die gewünschte Temperatur geheizt ist, sobald Sie abends nach Hause kommen. Tagsüber spart das eine ganze Menge Energie ein. Schauen Sie einfach mal, ob Sie Lust auf Smart-Home-Technologien haben.

 

Wertvolles Nass: Wasser sparen richtig gemacht

Mittlerweile ist es erwiesen, dass kaltes Wasser nicht unbedingt gespart werden muss. Im Gegenteil: Unsere Wasserrohrsysteme sind so ausgelegt, dass sie regelmässig ausreichend durchgespült werden müssen. In unseren Breitengraden haben wir mit Wasserknappheit nämlich kein Problem. Trotzdem macht Wassersparen Sinn – und zwar bei warmem Wasser. Wasser zu erwärmen, bedeutet immer einen Energieaufwand. Den wiederum sollten Sie möglichst gering halten.

Duschen:

Statt ein Vollbad zu nehmen, lieber unter die Brause hüpfen. Während Sie sich einseifen, wird das Wasser abgestellt. Sie können das Ganze auch zu einer kleinen Challenge machen. Schon eine Minute kürzer mit etwas weniger warmem Wasser spart eine Menge ein. Haben Sie ausserdem schon mal überlegt, einen Duschsparkopf zu installieren? Durch einen Filter wird dem Wasser ein Luftstrahl beigemischt. Gefühlt kommt also noch die gleiche Menge Wasser heraus. Tatsächlich ist es aber weniger. Und Sie werden genauso sauber wie vorher. Versprochen! Bei Ihren Wasserhähnen können Sie auch selbst einen sogenannten Durchlaufbegrenzer anbringen. Ist total simpel.

Waschen:

Die Waschmaschine ist Warmwasserfresser Nummer eins. Kloppen Sie alles bei 60 Grad in die Maschine, damit es auch ja sauber wird? Bei Unterwäsche, Bettwäsche und Handtüchern macht das durchaus Sinn. Den Rest können Sie aber getrost auf 30 Grad waschen. Sauber wird es trotzdem. Wenn Sie hartnäckige Flecken auf Ihrer Kleidung haben, vorher mit Gallseife behandeln und erst dann ab in die Waschmaschine. Und, klar, erst die Waschmaschine anstellen, wenn sie wirklich voll ist. Bei neueren Waschmaschinen gibt es häufig eine Eco-Taste, die Ihnen hilft, Energie zu sparen. Wenn Sie ein älteres Modell haben, halten Sie sich an die Waschgänge mit niedrigeren Temperaturen.

Den Wäschetrockner lassen Sie am besten ganz ausgeschaltet und nutzen die Wäscheleine im Hinterhof. Generell gilt: Gut geschleudert ist halb getrocknet.

Küche:

Ein Gerät neben dem anderen findet man in der Küche. Und alle verbrauchen unheimlich Energie. Als Erstes schauen Sie mal auf das Thermometer in Ihrem Kühlschrank. Zwischen sechs bis sieben Grad Celsius reichen hier völlig aus, um Ihre Lebensmittel frisch zu halten. Immerhin zehn Euro jährlich sparen Sie mit einer optimalen Kühlschranktemperatur. Ach so, und den Kühlschrank bitte nicht direkt neben den Herd oder die Heizung stellen. Denn dann braucht er noch mehr Energie zum Temperatur halten.

Wenn Sie nur geringe Mengen Wasser erhitzen müssen, nutzen Sie besser den Wasserkocher anstelle eines Topfes. Das verbraucht weniger Energie. Kartoffeln und Reis können so viel schneller garen und müssen nicht auf die richtige Temperatur warten.

Keine Lust auf Abwasch per Hand? Dann die gute Nachricht: Mit einem Gerät der Energieeffizienzklasse A+++ verbrauchen Sie nur etwa drei Viertel der Wasserkosten und circa die Hälfte des Stroms gegenüber einem Abwasch per Hand. Wie bei der Waschmaschine gilt: Erst den Startknopf drücken, wenn der Geschirrspüler voll beladen ist.

Auf jeden Topf kommt beim Kochen auch bitte ein Deckel! Oben ohne verbraucht ein Topf nämlich etwa ein Drittel mehr Energie. Achten Sie auch darauf, dass Sie den Topf beim Kochen immer auf die passende Herdplatte stellen. Sonst verpufft die Wärme, die der Herd produziert, zu allen Seiten.

 

Standby-Modus adé: Strom sparen bei Elektrogeräten

Standby-Modus: Überall blinkt und leuchtet es, so viele Elektrogeräte benutzen wir mittlerweile im Alltag. Auch im Standby-Modus wird Strom verbraucht. Also bitte: Stecker ziehen! Sehr praktisch sind auch die Mehrfachstecker mit extra Schalter. So können Sie allen Elektrogeräten gleichzeitig den Garaus machen.

Akkus:

Elektrische Zahnbürsten lassen sich mittlerweile in jedem Badezimmer finden. Sobald der Akku aufgeladen ist, sollten Sie auch hier den Stecker ziehen.

Energiesparlampen:

Auch wenn man durch den Anschaffungspreis abgeschreckt wird – sobald eine alte Glühbirne kaputtgeht, ersetzen Sie sie besser durch eine Energiesparlampe. Diese hält nicht nur achtmal länger, sondern spart auch bis zu 80 Prozent Energie ein.

Energielabels:

Ihr Drucker ist kaputt und Sie planen eine Neuanschaffung? Dann helfen Ihnen Energielabels weiter, um stromsparende Produkte zu finden. Ein Anlaufpunkt ist beispielsweise das EU-Energielabel bei Geräten im Haushalt. Bei allem, was auch im Büro zu finden ist, achten Sie am besten auf das Siegel „Energy Star“. Dieses Siegel garantiert, dass sich Geräte von selbst ausschalten, wenn sie längere Zeit nicht genutzt worden sind.

 

Spartipps haben zweierlei Gründe

Beim Duschen, Kochen, Waschen und Co darauf zu achten, sparsam zu sein, hat nichts mit Spielverderbern zu tun. Die Spartipps werden sich vor allem auf Ihrem Konto bemerkbar machen. Und mit diesen kleinen Tricks ist es im Alltag wirklich einfach, dabei noch einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

 

Quelle

Bild: Anton Fomkin: „Three energy saving lightbulbs“ | flickr