Umzug

Sisyphos-Arbeit für den Umzug: Schränke abbauen

Geben Sie es zu, am liebsten würden Sie ihn ignorieren. Diesen Schrank. Dieses Ungetüm, welches scheinbar unverrückbar in der Ecke steht und Sie angrinst, während Sie die ersten Umzugskartons packen. Als würde dieser riesige Schrank sagen: „Wart’s ab, mit mir wirst Du jede Menge Spass haben.“ Vielleicht hat er recht. Schrankabbau ist nicht gerade der einfachste Teil während eines Umzugs. Trotzdem, kein Grund, den Kopf in den Schrank zu stecken. Mit ein paar Tipps, einem Helfer und einer systematischen Vorgehensweise bekommen Sie das sicherlich hin. 

 

2 Personen, die gerade einen Schrank abbauen für den Umzug.

Den Schrank ab- und wieder aufzubauen ist keine einfache Aufgabe.

 

Analyse: Ist der Schrankabbau wirklich nötig?

Bevor Sie sich ins wilde Herumschrauben stürzen, schauen Sie sich das Monster noch einmal an. Muss es wirklich abgebaut werden? Bewaffnen Sie sich mit einem Massband und notieren Sie sich die Masse des Schranks. Danach checken Sie den kompletten Weg von der Wohnung, durch sämtliche Türen bis hinunter zum Parkplatz, auf dem der Möbelwagen stehen wird. Passt? Wenn ja, fein. Denn wenn es möglich ist, den Kleiderschrank in einem Stück zu transportieren, sollte er nicht unnötig zerlegt werden. Kalkulieren Sie aber beim Ausmessen des Treppenhauses nicht zu knapp. Nicht, dass es hinterher doch nicht passt und Stress aufkommt. Wichtig: Auch, wenn der Schrank im Ganzen transportiert wird, nehmen Sie unbedingt sämtliche losen Teile heraus. Fixieren Sie Schubfächer und Schubladen mit Malerkrepp oder Frischhaltefolie, damit nichts kaputt geht. Kommen Sie ausserdem besser nicht auf die Idee, den leeren Schrank mit Umzugsgut befüllen zu wollen.

Systematisch statt kreativ: Die richtige Demontage der Möbel

Ihnen ist sofort klar: Niemals wird das Möbelstück durch das Treppenhaus passen. Ist schade, aber auch nicht das Ende der Welt. Die Grundregel beim Schrankabbau ist, auch schon den Aufbau der Möbel in der neuen Wohnung zu bedenken. Alle Schrauben, Schrankwände und Scharniere sollen am Ende wieder am richtigen Platz zu finden sein. Gut vorbereitet ist halb abgebaut – halten Sie folgende Dinge für die Demontage bereit:

  • Pappe und Malerkrepp
  • Schraubenschlüssel in mehreren Grössen
  • Inbusschlüssel
  • Akkuschrauber
  • diverse kleine Plastiktütchen, gerne mit Zip-Verschluss
  • bunte Klebepunkte
  • Zange und Gummihammer
  • einen Bleistift und einen Stift, der auf Malerkrepp gut sichtbar ist

Schritt 1: Markieren

Bevor es ans Abbauen geht, wird markiert. Jedem Schrank und jeder Kommode, die Sie abbauen müssen, wird eine Farbe zugeordnet. Nehmen wir an, Ihr grosser Kleiderschrank bekommt die Farbe Rot. Also kleben Sie auf jedes Einzelteil ein rotes Klebepünktchen. In der neuen Wohnung kann man so superschnell alle richtigen Teile für den Aufbau wieder zusammensuchen. Nachdem die Klebepunkte verteilt sind, kommt das Malerkrepp zum Einsatz, um die Einzelteile zu beschriften. Gut, Schranktüren kann man noch mit blossem Auge erkennen. Aber, können Sie nachher auseinanderhalten, ob Sie die Deckenplatte oder doch den Boden in der Hand halten? Eben. Also, kurz Beschriften spart am Ende eine Menge Zeit.

Schritt 2: Alles muss raus

Befreien Sie den Schrank jetzt von allen losen Gegenständen, die nicht festgeschraubt sind: Regalböden, Kleiderstangen und so weiter und so fort. Sind auch alle mit einem roten Punkt markiert? Zwischen die Einlegeböden und Regalbretter legen Sie am besten ein Stück Pappe. So stellen Sie sicher, dass nichts zerkratzt. Halten Sie hier auch schon die erste (mit einem roten Punkt beklebte) Plastiktüte bereit. In dieser sammeln Sie alle Kleinteile, wie zum Beispiel die Bodenträger der Einlegeböden, Schrauben und Holzdübel.

Eine gute Idee ist es, wenn Sie die Position der jeweiligen Einlegeböden im Schrank mit einem Bleistift markieren. Dann müssen Sie beim Aufbauen nicht ständig überlegen: „Wie war das noch?“

Schritt 3: Türen raus

Spätestens hier brachen Sie eine zweite Person, die Ihnen beim Demontieren hilft. Einer hält die Türen fest, der andere schraubt. Lösen Sie die Schranktüren immer erst unten und dann oben. Sie ersparen sich übrigens Aufbauarbeit, wenn Sie die Scharniere entweder nur an der Tür oder nur am Schrank abschrauben.

Schritt 4: Ab an die Demontage

Nun geht es ans Auseinandernehmen. Am einfachsten ist es, wenn Sie den Schrank zur Demontage vorsichtig hinlegen. Wenn möglich auf ein Stück Teppich, damit es keine ungewollten Kratzer gibt. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass Ihnen der halb abgebaute Schrank auseinanderfällt. Klar ist, dass Sie zum Hinlegen des Schrankes jemanden benötigen, der Ihnen hilft.

Bauen Sie die Schränke generell von oben nach unten ab. Oft lässt sich die Deckenplatte abnehmen, sobald Sie eine Schrankwand entfernt haben. Bei der Rückseite müssen die Nägel meistens vorsichtig mit einer Zange aus der Rückwand entfernt werden. Sind sie noch in einem guten Zustand, können Sie sie wiederverwenden. Ansonsten empfiehlt es sich, Ersatz aus dem Baumarkt zu besorgen. Entfernen Sie auch Türgriffe, Knöpfe und alles weitere, was beim Transport Schaden anrichten könnte. Gleitschienen für Schubladen und Scharniere können meistens dran bleiben. Für komplizierte Aufbaukonstruktionen zücken Sie Ihr Smartphone und halten den Ist-Zustand mit einem Foto fest. Beim Aufbau hilft Ihnen das Foto sicherlich auf die Sprünge. Aufbauanleitungen sind sowieso eine gute Idee – für viele Modelle finden Sie sie sogar im Internet.

Tipp: Sollte der Raum zu klein sein, um den Schrank hinzulegen, können Sie den Schrank auch im Stehen demontieren. Hier starten Sie am besten mit der Schrankwand, welche frei im Raum steht. Das ist einfacher, weil Sie als Stütze für die letzten Teile dann die Wand nutzen können.

Schritt 5: Alle Teile sicher verpacken

Nicht alle Teile müssen separat verpackt werden. Faustregel: Alles, was hervorsteht, in irgendeiner Art und Weise abbrechen oder andere Sachen während des Zügelns beschädigen könnte, muss entweder abgeschraubt oder verpackt werden. Hier eignet sich Luftpolsterfolie hervorragend. Vorsicht ist natürlich geboten, wenn Ihr Schrank eine Spiegeltür hat. Besonders die Ecken und Kanten müssen geschützt werden, damit es beim Abstellen während des Verladens keine Risse gibt. Dafür können Sie im Baumarkt auch einen speziellen Kantenschutz besorgen.

Regal- und Einlegeböden können Sie mit Malerkrepp fixieren, so fliegen sie nicht einzeln durch die Gegend. Denken Sie an das Stück Pappe zwischen den Böden, damit nichts zerkratzt.

Schritt 6: Ab auf den Transporter

Umzugsgut verladen ist oftmals wie Tetris spielen: Der Platz ist knapp kalkuliert und man muss versuchen, alles unterzubringen. Für Ihre Schrankteile sollten Sie aber eine Ecke freischaufeln. Wenn Sie einen hohen Kastenwagen haben, binden Sie die Schrankteile am besten an einer Seite an. Passen sie hochkant in den Wagen? Super. Ansonsten können Sie sie aber auch drehen und mit einem Spannset festbinden. Befestigen Sie das Spannset so, dass die Teile während der Fahrt nicht hin und her ruckeln. Potenzielle Kontaktstellen mit anderen Möbeln können Sie mit Wolldecken oder Handtüchern schützen.

Eine gute Idee ist es, wenn Sie die Schrankteile nicht überall im Transporter verteilen, sondern möglichst nah beieinander verstauen. Dann müssen Sie beim Ausladen nicht alles auf den Kopf stellen, bis Sie alles wieder zusammengesucht haben.

Schritt 7: Endlich da, alles auspacken und aufbauen

Yay, alles geschafft. Möbeltransporter und Helfer sind heil angekommen. Die Packerei geht nun noch einmal von vorne los. Aber Aufbauen ist immer schöner als Abbauen. Beim Aufbau der Schränke gehen Sie nun genau wie bei der Demontage vor – nur in der umgekehrten Reihenfolge. Hier müssen Sie sich entscheiden, ob Sie den Schrank liegend aufbauen möchten oder direkt an dem finalen Platz, an dem er stehen soll. Haben Sie nämlich einen schweren Schrank auf dem Teppichboden aufgebaut, lässt er sich nicht mehr so einfach verschieben. Das sollten Sie bedenken.

Wählen Sie für den Aufbau eine ebene Fläche, auf der zuerst die Bodenplatte des Möbelstücks ihren Platz findet. Bauen Sie den Kleiderschrank im Liegen auf, schützen Sie die Seiten wieder mit einem Teppich oder einer Decke, damit keine Kratzer entstehen.

Alle Teile wiedergefunden?

Haben Sie sämtliche Einzelteile dank der bunten Klebepunkte wiedergefunden? Wenn der Schrank wieder auf den Beinen ist, fix sämtliche Klamotten einräumen. Je schneller sie aus dem Karton befreit werden, desto weniger müssen Sie hinterher bügeln.