Wohnen

Wohnungskündigung: So kündigen Sie den Mietvertrag korrekt

Sie wollen aus Ihrer Mietwohnung ausziehen? Dann steht die Wohnungskündigung beim Vermieter oder Hauseigentümer an. Bei einer rechtmässigen Wohnungskündigung gibt es einige Aspekte zu beachten. Halten Sie diese Vorgaben ein, sind Sie auf der sicheren Seite. Wenn nicht, kann es passieren, dass Sie auch noch nach Ihrem Auszug auf Kosten sitzen bleiben. In diesem Artikel erklären wir Ihnen alles Wichtige, damit die Wohnungskündigung klappt. Zudem erhalten Sie auch eine Vorlage für die Wohnungskündigung.

Frau schreibt am Laptop die Wohnungskündigung

Wie kündigt man die Wohnung?

Eine Wohnungskündigung muss immer schriftlich erfolgen. Im Kündigungsschreiben sollten folgende Punkte ersichtlich sein:

  • Ihr Name
  • Die Adresse der Mietwohnung
  • Bekundung der Wohnungskündigung – Eine Begründung muss nicht immer angegeben werden, kann aber empfehlenswert sein.
  • Der gewünschte Kündigungszeitpunkt
  • Handschriftliche Unterschriften sämtlicher Hauptmieter
  • Anforderung an den Vermieter, die Kündigung zu bestätigen

Achtung: Bei Ehepaaren, die zusammen wohnen, müssen beide Personen die Wohnungskündigung unterschreiben, selbst wenn nur eine der beiden den Mietvertrag unterschrieben hat.

Kostenlose Vorlage für die Wohnungskündigung

Damit Sie sich ein Bild machen können, wie die Wohnungskündigung aussehen sollte, können Sie sich hier kostenlos unsere Vorlagen für die Wohnungskündigung herunterladen:

Die sicherste Variante: Die Mietwohnung per Einschreiben kündigen

Als Bewohner der Mietwohnung sind Sie dafür verantwortlich, die Kündigung rechtzeitig dem Hausbesitzer zukommen zu lassen. Um kein Risiko einzugehen, sollten Sie die Wohnungskündigung per Einschreiben zustellen. Empfänger erhalten eingeschriebene Briefe nur gegen Unterschrift oder Zustellgenehmigung. Sobald der Brief zugestellt ist, gilt die Zustellung nämlich als juristisch bewiesen. Bei Einschreiben haben Sie folgende Möglichkeiten:

Einschreiben mit Rückschein: Der Postbote stellt Ihre Wohnungskündigung persönlich zu. Der Empfang wird quittiert und Sie als Mieter erhalten automatisch eine schriftliche Bestätigung über die Zustellung.

Kündigung mit Zusatzleistung Eigenhändig: Bei der Zusatzleistung Eigenhändig wird der Brief ausschliesslich an die in der Adresse genannte Person geliefert. Auch hier können Sie einen Rückschein anfordern.

Alternativ können Sie die Wohnungskündigung auch persönlich vorbeibringen. Im Idealfall haben Sie einen oder mehrere Zeugen, die im Zweifel bestätigen können, dass Sie den Brief in den Briefkasten eingeworfen haben. Noch schneller geht es allerdings, wenn Sie die Kündigung persönlich übergeben und sich den Empfang quittieren lassen.

Wann muss man die Wohnung kündigen?

Bei der Wohnungskündigung müssen Sie unbedingt die Kündigungsfrist, die im Mietvertrag festgehalten ist, berücksichtigen. Die Kündigungsfrist beträgt in der Schweiz immer 3 Monate oder mehr. Kürzer darf die Kündigungsfrist nur bei möblierten Zimmern sein.

Sind keine eigenen Kündigungstermine genannt, dann gelten die ortsüblichen Kündigungstermine. Diese können je nach Kanton und Region unterschiedlich sein. Senden Sie die Wohnungskündigung früh genug an Ihren Vermieter. Denn es zählt nicht der Poststempel, sondern der Zeitpunkt zu dem der Brief dem Vermieter zugestellt wird. Die Kündigung muss also einen Werktag vor Beginn der Kündigungsfrist beim Vermieter eintreffen.

Ausserterminliche Kündigung der Wohnung

Sie möchten bereits vor dem vereinbarten Kündigungstermin vorzeitig ausziehen? Sie können ausserterminlich kündigen, müssen allerdings dem Vermieter einen zahlungsfähigen und zumutbaren Nachmieter stellen. Der Nachmieter übernimmt den Mietvertrag zu den bestehenden Konditionen und der Vermieter hat 30 Tage zu prüfen, ob der Nachmieter den Mietvertrag erfüllen kann. Im Artikel „Nachmieter suchen“ erfahren Sie, welche Rechte Sie dabei haben.

Fristlose Kündigung durch den Mieter

Es gibt Fälle, in denen Mieter ihren Mietvertrag fristlos auflösen dürfen. Dies gilt zum Beispiel dann, wenn sich die Wohnung in einem nicht vertragsgemässen Zustand befindet. Funktioniert die Heizung nicht, belagert Ungeziefer die Wohnung oder ist die Wasserqualität unzumutbar schlecht, ist der Mieter durchaus dazu berechtigt, das Mietverhältnis aufzulösen.

Ein häufiges Problem hierbei ist allerdings, dass es natürlich nicht für jeden Fall ein exaktes Gesetz gibt. Hier ist meist das Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen erforderlich, was zusätzliche Kosten verursacht. Ebenso kann der Hausbesitzer auf eine Frist zur Behebung der Mängel bestehen, wenn er die Kündigung nicht akzeptieren möchte. Haben Sie als Bewohner vor, eine fristlose Kündigung auszusprechen, ist es anzuraten, dass Sie sich im Vorfeld anwaltlich beraten lassen.

Kündigung bei einem befristeten Mietvertrag

Bei einem ohnehin befristeten Mietvertrag läuft das mit der Kündigung anders: Hier steht bereits zu Beginn fest, wann Sie ausziehen und es muss keine zusätzliche Kündigung erfolgen. Eine vorzeitige Auflösung eines solchen Mietvertrags ist jedoch weder Ihnen noch dem Hausbesitzer grundlos gestattet. Dies gilt auch dann, sollten Sie einen Verzicht auf die Kündigung unterschrieben haben. Zulässig ist dieser nur dann, sofern er ebenso gültig für den Hausbesitzer ist. Ein Kündigungsverzicht ist jedoch nur über eine Zeitspanne von vier Jahren möglich.

Kündigung des Mietvertrags nach einem Todesfall

Stirbt der Mieter eines Mietobjekts, endet der Mietvertrag nicht automatisch. Stattdessen geht er von Gesetzes wegen auf die Erben über. Diese müssen dann das Vertragsverhältnis aufzulösen. Auch hier wird der Vertrag mit der gesetzlichen Frist von drei Monaten auf den nächsten ortsüblichen Kündigungstermin hin gekündigt.