Wohnungssuche

Nach der Besichtigung: Tipps für die schriftliche Wohnungsbewerbung

Wie Sie bei der Wohnungsbesichtigung einen guten Eindruck machen, haben wir Ihnen bereits verraten. Nun sind Sie sich nach dem Besichtigungstermin absolut sicher, dass Sie dort einziehen wollen. Sehr gut, dann folgt jetzt der nächste Schritt. Den positiven Eindruck, den Sie hoffentlich hinterlassen haben, müssen Sie in Ihrer schriftlichen Bewerbung für die Wohnung nämlich fortführen. Hier geben wir Ihnen Tipps für eine gelungene Wohnungsbewerbung.

 

Welche Unterlagen gehören in das Bewerbungsdossier?

 

Das Anschreiben

Wie so oft bei der Wohnungssuche lautet die Devise: Kurz und knackig, keine Romane. Ihr Anschreiben für die Wohnungsbewerbung sollte keinesfalls länger als eine Seite sein. Stellen Sie sich (und potenzielle Mitbewohner) kurz und auf lockere Art und Weise vor. Beschreiben Sie Ihre berufliche und familiäre Situation und nennen Sie ruhig auch Ihren Grund für den Umzug.

In diesem persönlichen Begleitschreiben für die Wohnungsbewerbung stellen Sie ausserdem dar, warum Sie sich für die Wohnung interessieren. Machen Sie dem Vermieter klar, warum gerade Sie diese Wohnung bekommen sollten. Eine gute Idee ist, wenn Sie zum Beispiel erklären, weshalb Sie gut zu den restlichen Mietern des Hauses passen würden. Vielleicht haben Sie einen ganz besonderen Grund, warum es ausgerechnet diese Wohnung sein soll. Trauen Sie sich, im Anschreiben individuell zu sein. So heben Sie sich von anderen Bewerbern ab und bleiben dem Vermieter im Gedächtnis. Übrigens: Einen klassischen Lebenslauf müssen Sie bei der Wohnungsbewerbung nicht abgeben.

 

Bewerbungsformular

Meistens liegen beim Besichtigungstermin Bewerbungsformulare aus, von denen Sie sich ein Exemplar mitnehmen können. Die Formulare sind von Wohnungsgesellschaft zu Wohnungsgesellschaft unterschiedlich. Liegen keine Formulare aus, erkundigen Sie sich z. B. auf der entsprechenden Homepage, ob es eine Vorlage gibt. Ist das nicht der Fall, können Sie getrost auf ein Muster aus dem Internet zurückgreifen. Also, schnell das Bewerbungsformular geschnappt und los geht es!

Die Angaben im Bewerbungsformular beziehen sich vor allem auf Angaben zu Ihrer Person: Kontaktdaten, Ihr Beruf, das durchschnittliche Jahresgehalt. Auch Zusatzfragen werden gestellt: Handelt es sich um einen Raucherhaushalt? Sind Haustiere vorhanden?

Spannend: Sie sind nicht dazu verpflichtet, die Raucherfrage zu beantworten, wohl aber die Frage zu vier- oder mehrbeinigen Mitbewohnern. Auch Angaben zur Bonität werden gestellt. Womit wir auch schon beim nächsten Thema wären: dem Betreibungsregisterauszug.

 

Betreibungsregisterauszug

Für Ihren zukünftigen Vermieter ist verständlicherweise von höchstem Interesse, ob Sie jeden Monat schön pünktlich Ihre Miete zahlen können. Deswegen liegt die Vorlage eines Betreibungsauszuges nahe. Natürlich könnten Sie die Vorlage verweigern, aber ganz ehrlich, dann haben Sie relativ schlechte Karten, die Wohnung zu bekommen. Eine Wohnungsbewerbung bringt immer eine Preisgabe von Daten mit sich.

Ein Betreibungsregisterauszug klärt den Vermieter über die Zahlungsfähigkeit des potenziellen Mieters auf. Ausserdem erfährt der Vermieter, ob es in der Vergangenheit Betreibungen gab. Ist bei Ihnen eine Betreibung vermerkt, an der Sie eigentlich keine Schuld tragen? Erklären Sie dem Vermieter offen die unglücklichen Umstände. Manchmal ist Angriff die beste Verteidigung.

Den Betreibungsregisterauszug bekommen Sie übrigens beim Betreibungsamt Ihres Wohnorts und sollte nicht mehr als 20 Franken kosten. Legen Sie ihn nicht als Kopie, sondern im Original Ihrer Bewerbung für die Wohnung bei.

 

Aufenthaltsbewilligung

Sie sind kein Schweizer Bürger? Dann sehen Sie auf jeden Fall zu, dass Sie Ihre Aufenthaltsbewilligung der Wohnungsbewerbung beilegen. Ein Empfehlungsschreiben Ihres Arbeitgebers könnte hier auch Wunder wirken.

 

Minimal-Mission completed: Jetzt kommen die Extras

Die Mindestanforderung an Tipps für eine erfolgreiche Wohnungsbewerbung haben Sie nun schon geschafft. Das war doch gar nicht so schwer, oder? Einmal kurz durchatmen und überlegen: Welchen Eindruck hinterlassen Sie bei Ihrem potenziellen Vermieter, wenn Sie nur die Minimalanforderung erfüllen? Womöglich zwar einen guten – im Zweifelsfall reicht das aber nicht aus. Es gibt ein paar Extras, mit denen Sie Ihrem Bewerbungsdossier noch mehr Schwung verleihen können:

 

Empfehlungsschreiben und Referenzen

Haben Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem bisherigen Vermieter? Oder wie sieht es mit Ihrem Arbeitgeber aus? Vielleicht ist einer von beiden bereit, Ihnen ein kurzes Empfehlungsschreiben auszustellen, welches belegt, dass Sie zuverlässig und unkompliziert sind. Achten Sie aber auch hier darauf, dass die Referenzen in der Wohnungsbewerbung den Rahmen nicht sprengen. Schliesslich möchte sich Ihr künftiger Vermieter nicht durch einen ganzen Katalog an Information wühlen.

 

Lohnausweis und Arbeitsvertrag

In der Regel ist es nicht nötig, den Lohnausweis oder den Arbeitsvertrag beim Vermieter vorzulegen. Bei einer Wohnungsbewerbung geht es aber ans Eingemachte, wenn es mehrere Bewerber gibt. An irgendeiner Stelle müssen Sie den Unterschied machen. Offenbaren Sie diese beiden Dokumente, spielen Sie mit offenen Karten und schaffen so wichtiges Vertrauen.

 

Von den Do’s zu den Don’ts: Das sollten Sie bei einer Wohnungsbewerbung vermeiden

  • Fettflecken auf dem Anschreiben, Rechtschreibfehler in den Referenzen, unleserliche Angaben im Bewerbungsformular. Sämtliche Fehler gehen zu Ihren Lasten und vermitteln kein positives Bild von Ihnen. Geben Sie sich Mühe und sorgen Sie dafür, dass Ihre Unterlagen tadellos aussehen.
  • Eine Woche nach der Besichtigung haben Sie Ihre Wohnungsbewerbung immer noch nicht abgegeben? Geht gar nicht. Die Wohnung wird längst vergeben sein. Schnelligkeit ist das A und O. Im Optimalfall liefern Sie Ihre Unterlagen sogar noch am selben Tag ab, spätestens aber am Tag danach. Denn: Oftmals entscheidet bei gleichwertigen Bewerbungen der Eingangszeitpunkt. Am schnellsten geht es, wenn Sie Ihre Dokumente in einem PDF-Dokument zusammenfassen und per E-Mail rüberschicken.
  • Sie haben Ihre Bewerbungsunterlagen abgegeben und machen dann eine Woche lang Digital Detox? Ihr Handy sollten Sie jetzt auf keinen Fall ausser Reichweite legen. Schliesslich warten Sie doch auf die hoffentlich positive Rückmeldung Ihres Vermieters, oder? Einen guten Eindruck macht es übrigens auch, wenn Sie nach ein bis zwei Tagen einmal freundlich nachhaken, ob die Unterlagen angekommen sind. Damit drücken Sie noch einmal explizit Ihr Interesse für die Wohnung aus. Seien Sie dabei aber auf keinen Fall aufdringlich.
  • Sie sollten nicht lügen. Das gilt auch für Wohnungsbewerbungen. Machen Sie keine Angaben, die einer weiteren Prüfung nicht standhalten würden. Letztlich machen Sie sich rechtlich strafbar, wenn Sie falsche Daten angegeben haben.

 

Individuell: So heben Sie sich von anderen Bewerbern ab

Natürlich, es gehört immer ein bisschen Glück dazu, den Zuschlag für eine Wohnung zu bekommen. Gerade bei einer hohen Zahl von Mitbewerbern. Sie können sich ein Stück weit von anderen Bewerbern abheben, indem Sie Ihre Wohnungsbewerbung kreativer gestalten. Investieren Sie etwas Energie in ein Deckblatt für das Bewerbungsdossier. Integrieren Sie ein Foto, welches Sie nicht im Bewerberoutfit, sondern vielleicht bei Ihrem letzten Wanderurlaub zeigt: freundlich und aktiv. Beginnen Sie Ihr Anschreiben mit einem Zitat, welches Ihrem potenziellen Vermieter im Gedächtnis bleibt. Oder fällt Ihnen zu der besichtigten Wohnung eine kleine Anekdote ein? Ein witziges Detail, welches Ihnen sofort ins Auge gesprungen ist? Immer her damit.

 

Nicht vergessen …

… seien Sie sich selbst, tragen Sie nicht zu dick auf und vertrauen Sie auch ein bisschen auf Ihr Glück, dann wird es mit der Wohnungsbewerbung auch passen!