Wohnungssuche

Zusammenziehen: Die erste gemeinsame Wohnung

„Zu Dir oder zu mir?“ ist eine häufig gestellte Frage, nicht nur am Ende von erfolgreichen Dates, sondern auch in Beziehungen. Die Distanz spielt dabei keine Rolle. Wenn Sie Glück haben, wohnen Sie in derselben Stadt. Manchmal sind aber auch hunderte von Kilometern dazwischen. Egal, es ist die Zeit in der Sie sämtliche Hygieneartikel in zweifacher Ausführung besitzen. Einmal in der eigenen Wohnung und dann in den vier Wänden des Liebsten. Irgendwann geht einem dieses Hin- und Herfahren auf die Nerven. Und eigentlich macht es ja auch keinen Sinn, dass jeder für sich Miete zahlt, obwohl ein Zimmer eh immer leer steht. Die Lösung liegt nahe: Zusammenziehen. Die erste gemeinsame Wohnung ist definitiv ein Meilenstein in einer Beziehung. Und eine Herausforderung, die Sie aber zusammen meistern können – wenn Sie ein paar Regeln beachten.

Paar das in die gemeinsame Wohnung zusammenzieht.

Endlich mit dem Schatz zusammen wohnen.

 

Entscheiden Sie sich ganz bewusst fürs Zusammenziehen

Klaro, Kosten sparen ist natürlich ein super Argument, um zwei Haushalte zusammenzulegen. Und das eine Zimmer bei Ihnen ist sowieso gerade frei, da passt es doch perfekt. Kann gutgehen, aber meistens ist es besser, wenn Sie zwei sich bewusst dafür entscheiden, zusammenzuleben. Sie sollten beide den Wunsch verspüren, in der Beziehung gemeinsam den nächsten Schritt zu gehen und nicht aus einer Notsituation heraus zusammenziehen.

 

Think first: Was ist Ihnen beiden bei einer Wohnung wichtig?

„Auf jeden Fall brauche ich einen Balkon!“ sagt der eine. „Mir ist eine Badewanne total wichtig!“ sagt der andere. Jeder von Ihnen hat bestimmte Vorstellungen, die in Einklang gebracht werden müssen. Überlegen Sie sich vorher gemeinsam, was jedem einzelnen von Ihnen wichtig ist und fertigen Sie eine Checkliste an. Besprechen Sie vorher auch, auf was Sie am ehesten verzichten können. Ist das Gästezimmer ein Muss oder ist der Balkon wichtiger? Gerade in Grossstädten kann es mit der Wohnungssuche schwierig werden und man muss sich einschränken. Allein schon das Finden einer passenden Wohnung kann eine Belastungsprobe sein. Gehen Sie deswegen bereits hier ganz behutsam vor.

Tipp: Ihre Wohnung ist gross genug, Ihr Partner könnte einfach mit einziehen? Ehrlich gesagt ist es meistens besser, sich gemeinsam etwas Neues zu suchen. So wird weder der eine noch der andere in Streitfällen als Eindringling wahrgenommen. Sollten Sie sich trotzdem dafür entscheiden, dass der eine zum anderen zieht, müssen Sie ein paar Veränderungen in der Wohnung vornehmen. Die mitgebrachten Möbel des Partners sollten nicht einfach so dazwischen gestellt werden. Gestalten Sie die alte Wohnung stattdessen gemeinsam neu, als würden Sie gerade erst dort einziehen.

 

Hässliche Möbel: das Zaubermittel Toleranz

Das leidige Thema. Den hässlichen Couchtisch konnten Sie noch nie leiden, Ihrem Partner hingegen ist er quasi ans Herz gewachsen. Zusammenzuziehen bedeutet eben auch, Kompromisse zu schliessen. Haben Sie das Glück, in eine grosse Wohnung zu ziehen, liegt eine Lösung nahe: Jeder von Ihnen kann einen Raum nach seinen Vorstellungen gestalten, der Rest wird gemeinsam eingerichtet. Fressen Sie sich dabei nicht gegenseitig auf. Nach ein paar Monaten können Sie ja noch einmal schauen, ob Sie nicht doch noch etwas aussortieren. A propos Aussortieren: Wenn Sie zwei Haushalte zusammenlegen, können Sie Überflüssiges auf dem Flohmarkt oder online verkaufen. Vielleicht springt dabei noch etwas Geld für eine grosse neue Couch heraus?

 

Durchatmen: Rückzugsräume schaffen

Eine kluge Entscheidung ist, wenn Sie nicht unbedingt an der Grösse der neuen Wohnung sparen. Gerade in der Anfangszeit kann man schnell mal das Gefühl haben, dass es einem zu eng wird. Man hängt aufeinander, der eine arbeitet, der andere schaut fern. Sehen Sie zu, dass Sie sich in der Wohnung nicht immer eng aneinander vorbeiquetschen müssen. Besser ein paar Franken mehr für ein paar Extraquadratmeter ausgeben, als dass Ihre Beziehung den Bach runtergeht.

Genauso wichtig ist es, zu besprechen, was Sie nach dem Zusammenziehen alles miteinander teilen mögen. Manchen Paaren ist es wichtig, dass jeder sein eigenes Zimmer hat. Andere brauchen das nicht, sondern weichen sich gegenseitig am liebsten nicht von der Seite. Das ist aber bei jedem anders. Lassen Sie sich nicht davon verunsichern, was andere sagen, wenn einer häufiger mal im Gästezimmer schläft, weil der andere schnarcht. Finden Sie für sich den passenden Weg, alles andere ist egal.

Damit Ihnen die Decke nicht auf den Kopf fällt, ist es wichtig, dass jeder für sich etwas unternehmen kann. Mal allein zu den Eltern aufs Land fahren oder mit den besten Freunden eine Runde um die Häuser ziehen. Denken Sie dran: Auch wenn Sie jetzt zusammenwohnen, sind Sie immer noch zwei eigenständige Menschen mit einem Social Life!

 

Der Alltag kommt: Stellen Sie ganz normale Regeln auf

Ist man erstmal zusammengezogen, fallen nicht mehr jeden Tag rosa Herzchen vom Himmel. Es gibt einige unsexy Dinge zu erledigen: den verstopften Abfluss reinigen, den Müll rausbringen, das Treppenhaus kehren. Im Prinzip sind Sie ja einfach eine WG, in der es gilt, die Haushaltspflichten aufzuteilen. Sprechen Sie doch mal miteinander ab, wer was übernehmen möchte. Vielleicht macht es einem von Ihnen überhaupt nichts aus, die langen Haare aus der Dusche zu entfernen, hat aber keinen Bock auf Müll runtertragen? Auch hier gilt: Kompromisse finden und sich einigen.

 

Bleiben Sie füreinander offen und unternehmen Sie etwas gemeinsam

Nichts ist schlimmer als diese unausgesprochenen Vorwürfe, die in der Luft schweben. Ihr Partner will einfach nicht mit der Sprache herausrücken, was Sache ist. Tun Sie sich das nicht an, sprechen Sie offen an, wenn Sie etwas stört. Kleines Zaubermittel: Was Sie Ihrem Partner nicht sagen, kann er oder sie auch nicht wissen. Niemand kann in Ihren Kopf schauen und erraten, was Sie denken. Also: Sprechen Sie es aus! Gibt es Sachen, die Sie im alltäglichen Zusammenziehen wirklich richtig stören, dann setzen Sie sich gemeinsam hin und versuchen Sie, eine Lösung zu finden. Einige Marotten muss man allerdings wohl oder übel akzeptieren. Noch ein Zaubermittel: Selbst wenn es um einen Vorwurf geht, sagen Sie es in einem netten Ton. Das hilft schon eine ganze Menge.

Versuchen Sie ausserdem, sich gemeinsam etwas vorzunehmen und schöne Dinge miteinander zu machen. „Wieso, wir sehen uns ja jeden Tag!“ Genau, eben deshalb. Kommen Sie auch mal raus aus Ihrer Bude und machen Sie einen Ausflug, gehen Sie tanzen oder zu zweit ein Bierchen trinken. Es ist total wichtig, dass Sie auch ein Leben abseits von Putzplan und abends gemeinsam auf der Couch sitzen haben.

 

Ein Grund zum Feiern!

Sie sind zusammengezogen, yay! Machen Sie sich mal klar, wie cool das ist. Was für ein wichtiger Schritt in Ihrer Beziehung. Feiern Sie die Liebe und das Leben – und laden Sie Ihre Freunde ein, um diese Freue mit ihnen zu teilen und die Pärchenwohnung einzuweihen. Los, lassen Sie die Korken knallen!