Wohnen

Ein guter Anfang: Bei den neuen Nachbarn vorstellen

Ein Klassiker: Sie sind zu Hause und gerade dabei, den Teig für einen Kuchen anzurühren. Beim Blick in den Vorratsschrank erschrecken Sie, denn Sie haben tatsächlich vergessen, frische Eier einzukaufen. Wie praktisch, wenn Sie jetzt einfach bei Ihren Nachbarn klingeln und nachfragen können, ob Ihnen jemand mit einem Ei aushilft, oder? Von einem guten Verhältnis zu Ihren Nachbarn können Sie in jeder Hinsicht profitieren und das Zusammenleben als funktionierende Hausgemeinschaft macht auch viel mehr Spaß. Deswegen ist es eine gute Idee, wenn Sie sich bald nach dem Umzug bei Ihren neuen Nachbarn vorstellen. Damit Sie die Fettnäpfchen bei der Vorstellungsrunde auslassen, erklären wir Ihnen, wie das Kennenlernen ein Erfolg wird.

Kinder am Gartenzaun

Wer ist wohl neu eingezogen? Eine gute Nachbarschaft ist wünschenswert.

 

Neu eingezogen: Vorstellen, aber wie?

Es gibt unterschiedliche Vorgehensweisen, wie Sie sich Ihren Nachbarn vorstellen können, wenn Sie neu eingezogen sind. Wichtig ist, nicht zu aufdringlich zu sein, locker zu bleiben und ein bisschen Fingerspitzengefühl an den Tag zu legen.

 

Briefkasten-Info

Mit einem Infozettel in die jeweiligen Briefkästen Ihrer neuen Nachbarn können Sie Ihren Einzug bereits im Vorfeld ankündigen. Beschreiben Sie sich bzw. alle Leute, die in die neue Wohnung ziehen in ein paar Sätzen. Stellen Sie sich kurz vor und erzählen Sie, was Sie machen und wie alt Sie sind. Ganz wichtig: Fügen Sie ein freundliches Foto von sich hinzu. Dann darf natürlich das Datum des Einzugs nicht fehlen. Sie können Ihre Nachbarn auch bitten, am Umzugstag ein paar Parkplätze freizuhalten. Übrigens: Ein Einzug hat ja auch immer mit Lärmbelästigung und Schmutz zu tun – für diese Unannehmlichkeiten können Sie sich sozusagen im Voraus schon „entschuldigen“.

Der Vorteil dieser Briefkasten-Info ist, dass Ihre neuen Nachbarn sofort wissen, dass jemand Neues einzieht und informiert werden, mit wem sie es zu tun haben. Vielleicht packt der ein oder andere Nachbar ja sogar beim Kisten schleppen mit an?

 

Persönliche Vorstellung

Sobald Sie eingezogen sind, folgt die persönliche Vorstellung. Handelt es sich um ein grosses Mietshaus? Dann gilt die Faustregel, sich erstmal auf der eigenen Etage oder dem eigenen Flur vorzustellen. Hier können Sie von Tür zu Tür gehen. Überlegen Sie sich eine kleine Aufmerksamkeit, die Sie Ihren neuen Nachbarn mitbringen möchten. Das kann zum Beispiel ein Stück selbst gebackener Kuchen sein oder ein einzelnes Blümchen. Sie müssen auch keine ellenlange Vorstellungsrede halten, sondern nur ein paar kurze Sätze über sich sagen, schliesslich sollten die Nachbarn Sie ja schon von Ihrer Briefkasten-Info kennen.

Der Nachteil dieser Vorstellung von Tür zu Tür ist sicherlich, dass Sie nicht jeden antreffen werden oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt vorbeischauen. Ausserdem entwickeln sich tiefgründige Gespräche meistens nicht zwischen Tür und Angel. Trotzdem gibt solch eine kurze Vorstellungsrunde auch Ihnen eine Ahnung davon, wie Ihre Nachbarn ticken. Sollten Sie zusätzlich noch eine kleine Einweihungsparty planen, können Sie diese auch gleichzeitig persönlich ankündigen. Reicht Ihnen für die Zukunft ein eher höflich-distanziertes Verhältnis mit Ihren Nachbarn und möchten Sie sie nicht in Ihre eigenen vier Wände lassen, haben Sie nach der Vorstellungsrunde Ihr Soll erfüllt und keine weiteren Verpflichtungen.

 

Einweihungsparty

Sie haben keine Lust auf eine persönliche Vorstellungsrunde von Tür zu Tür? Oder Sie haben bei der Vorstellung gemerkt, dass die Nachbarn ganz nett sind und möchten sie gern einladen? Dann warten Sie nicht zu lang. Ihre Wohnung muss noch nicht absolut perfekt eingerichtet sein, um zur Einweihung einladen zu können. Wichtig ist, dass die Küche funktioniert und genügend Platz zum Stehen oder Sitzen vorhanden ist. Laden Sie Ihre neuen Nachbarn rechtzeitig ein. Entweder durch einen Aushang im Treppenhaus oder, etwas persönlicher, durch eine Einladung, die Sie in den jeweiligen Briefkästen verteilen. Traditionell bringen viele Gäste Brot und Salz als Einzugsgeschenk mit. Damit Sie nicht mehrere Kilogramm Salz in Ihrer Speisekammer unterbringen müssen, vermerken Sie auf der Einladung, dass zwar die Gäste, aber keine Geschenke willkommen sind.

Sie müssen übrigens kein Drei-Gänge-Menü auffahren. Eine Einladung zum Apéro mit Fingerfood genügt völlig. Bieten Sie immer auch vegetarische Alternativen an. Für den Fall der Fälle, dass die Party doch länger geht, können Sie immer noch ein paar Fertigpizzen im Gefrierfach deponieren oder ein paar Tüten Chips besorgen. Wichtig ist, dass genügend Getränke vorhanden sind, auch nicht-alkoholische. Schliesslich will man bei seinen neuen Nachbarn ja nicht direkt den Stempel eines Geizhalses aufgedrückt bekommen.

Wenn Sie nicht wollen, dass die Party bis in die Morgenstunden dauert, dann laden Sie am besten zu einem Tag innerhalb der Woche ein. Ansonsten bietet sich ein Freitagabend sehr gut an. Überlegen Sie sich ausserdem, ob Sie nur die Nachbarn zum Kennenlernen einladen oder auch Ihre Freunde und Bekannte dabei haben möchten. Wird es eine gemischte Party, ist es aber wichtig, dass Sie sich mit Ihren neuen Nachbarn ausreichend unterhalten. Wäre ja blöd, wenn sie extra vorbeischauen und dann zu kurz kommen.

Apropos „ausreichend unterhalten“: Nachbarn sind natürlich nicht direkt Seelenverwandte. Da kann ein Gespräch schon mal ins Stocken geraten. Als Gesprächsthemen bieten sich dann einige Fragen über das gemeinsame Wohnumfeld an:

  • Wo befinden sich die besten Einkaufsmöglichkeiten?
  • Welchen Kindergarten können die Nachbarn empfehlen?
  • Gibt es schöne Plätze, z. B. einen Park, in den die Nachbarn gerne gehen?
  • Veranstaltet die Hausgemeinschaft gemeinsame Aktivitäten, wie z. B. ein Grillfest im Sommer?
  • Welche Restaurants in der Nähe mögen die Nachbarn am liebsten?

Wie Sie sehen, in der Hinsicht gibt es genügend Fragen, die das Gespräch am Laufen halten sollten. Und wer weiss, vielleicht entdecken Sie ja doch noch überraschend irgendwelche Gemeinsamkeiten?

 

Vorteile einer guten Hausgemeinschaft

Natürlich muss man mit den Nachbarn nicht direkt best friends forever werden. Es ist aber immer eine gute Idee, bereits vorher in Kontakt gewesen zu sein, bevor etwas Negatives vorfällt. Sollte Ihr Nachbar Heavy Metal in voller Lautstärke um Mitternacht lieben, ist es gut, wenn Sie sich vorher schon kennengelernt haben und vielleicht sogar per Du sind. Dann kann die Aufforderung, die Musik leiser zu drehen, auch mal mit einem freundlichen Schulterklopfen einhergehen.

Selbst, wenn Sie mit den Nachbarn nicht komplett auf einer Wellenlänge sind, hat es nur Vorteile, wenn man sich ein bisschen kennt. Wer soll schliesslich Ihre Pflanzen giessen, wenn Sie im Urlaub sind? Wer nimmt ein Päckchen an, wenn Sie nicht da sind? Und, natürlich: Wer hilft Ihnen beim Kuchen backen mit dem fehlenden Ei aus? Also, nur Mut zum Kennenlernen!

 

Quelle

Bild: Sarah G “On the fence” | flickr