Reinigen

Wer schreibt, der bleibt: Auf Nummer sicher gehen beim Abnahmeprotokoll

Die letzten Schritte in der alten Wohnung. Der ganze Hausrat ist in Kartons verpackt und aus der Wohnung getragen worden. Geputzt ist auch alles, bis in die letzte Ecke. Es ist Zeit für die Wohnungsabgabe. Vor dem Einzug haben Sie eine Kaution gezahlt und jetzt entscheidet sich, wie viel Sie davon wiederbekommen. Bei dieser Entscheidung wird das Abnahmeprotokoll zurate gezogen, welches Sie zusammen mit dem Vermieter beim Auszug erstellt haben. Es gibt ein paar Dinge, die Sie dabei unbedingt beachten sollten.

 

Abnahmeprotokoll für Wohnung

 

 

Das Abnahmeprotokoll

Einen Vordruck für das Abnahmeprotokoll finden Sie online beim Mieterverband. Grössere Immobilienfirmen haben oftmals auch ein eigenes Formular, welches der Vermieter dann mitbringt.

Haken dran machen

Wenn Sie zusammen mit dem Vermieter durch die Räume gehen und nach Mängeln suchen, gibt es hoffentlich nicht viel zu beanstanden. Absolut wichtigste Regel beim Abnahmeprotokoll: Alles, was keinen Mangel aufweist, muss abgehakt werden.

Genaue Beschreibung

Wird ein Mangel entdeckt, muss er genauestens beschrieben werden. Es reicht nicht, zu schreiben: „Grober Kratzer im Parkett“. Stattdessen muss es heissen: „Kratzer 6 cm im Parkett rechts neben der Balkontür“.

Uneinigkeiten dokumentieren

Es kann gut sein, dass zwischen Ihnen und dem Vermieter Uneinigkeiten auftauchen. Ihrer Meinung nach hat der Teppich seine Lebensdauer einfach überschritten. Der Eigentümer hingegen meint, Sie hätten ihn zu stark abgenutzt. Bevor es zum Handgemenge kommt, genau diese Abweichung aufschreiben. Und zwar folgendermassen:

  • Vermieter: Teppich muss wegen zu starker Abnutzung ersetzt werden.
  • Mieter: Teppich zeigt normale Gebrauchsspuren nach dreijährigem Gebrauch.

Nur Tatsachen unterschreiben

Unterschreiben Sie das Abnahmeprotokoll nur, wenn Sie hundertprozentig mit dessen Inhalt einverstanden sind. Setzen Sie Ihre Unterschrift drunter, verpflichten Sie sich automatisch, eventuelle Reparaturkosten zu übernehmen. Sie können die Unterschrift im Extremfall auch verweigern. Dann geht es weiter zur Schlichtungsbehörde.

Exemplar des Abnahmeprotokolls behalten

Nachdem beide Parteien das Abnahmeprotokoll unterzeichnet haben, muss es kopiert werden. Sie behalten ein Exemplar für Ihre Unterlagen. Um den Kopiervorgang zu sparen, wird das Protokoll oft in zweifacher Ausfertigung unterzeichnet.

Kaution freigeben

Wenn Sie vorbildlich gewohnt und keine Schäden hinterlassen haben, können Sie guten Gewissens direkt nach der Unterschrift die Freigabeerklärung für die Kaution anfordern.

Immer alles schriftlich machen

Bei Angelegenheiten wie dem Abnahmeprotokoll, ist „Schwarz auf Weiss“ der einzig richtige Weg. Nur wenn Uneinigkeiten schriftlich dokumentiert sind, haben Sie im Streitfall eine Chance. Auch wenn es im ersten Moment kleinlich erscheint, kann es Ihnen eine Menge Ärger ersparen.