Umzug

Ab die Post: So läuft es mit dem Nachsendeauftrag und Ummeldungen

Manchmal geht alles ganz schnell. Zack, hast du die Wohnungsabgabe hinter dich gebracht und beim Entfernen deines Namens am Briefkasten fällt dir auf: „Mensch, mein Lieblingszeitschriften-Abo weiss noch gar nichts von meinem Umzug!“ Das ist kein Grund, in Panik zu verfallen. Selbst wenn du sämtlichen Versicherungen und Co deine Adressänderung mitgeteilt hast, solltest du trotzdem einen Nachsendeauftrag für deine Post einrichten. Auch die Behörden wollen Bescheid wissen, wo du jetzt wohnst. Wir zeigen dir, worauf du beim Nachsendeauftrag und Ummeldungen achten musst.

Ein Nachsendeauftrag erleichtert die Zeit nach dem Umzug.

 

How-to-do: wie der Nachsendeauftrag funktioniert

Wie der Name schon sagt: Wenn du einen Nachsendeauftrag einrichtest, werden dir nach deinem Umzug Briefe und Pakete an deine neue Adresse nachgesendet. Du musst also keine Angst haben, dass deine Post verloren geht.

 

Dauer und Fristen des Nachsendeauftrages

Die gute Nachricht ist, dass du den Nachsendeservice relativ kurzfristig einrichten kannst. Um unnötige Kosten zu vermeiden, solltest du den Nachsendeauftrag spätestens vier Tage vor dem gewünschten Beginn bei der Post einreichen. Alles was später kommt, gilt als Eilauftrag und du musst Zuschläge bezahlen. Trotzdem, im Notfall kannst du den Auftrag bis 23 Uhr erteilen, damit die Post am Folgetag schon in deinen neuen Briefkasten flattert. Dein Nachsendeauftrag gilt für zwölf Monate. Wenn du eine längere oder dauerhafte Umleitung deiner Briefe möchtest, musst du den Kundendienst der Schweizerischen Post informieren.

 

Online oder offline Nachsendeauftrag beantragen?

Natürlich kannst du ganz klassisch zum Schalter gehen und dort alle Unterlagen für die Nachsendung ausfüllen. Hier deinen Ausweis nicht vergessen. Wir raten dir aber dazu, den Onlinedienst der Post zu nutzen. Du sparst dir den Weg zur nächsten Poststelle und zahlst ausserdem auch weniger. Achtung: Um den Onlinedienst der Post zu nutzen, musst du dich registrieren. Diese Registrierung dauert meist ein paar Tage. Also rechtzeitig anmelden. Wie wäre es mit genau … jetzt?

 

Preise – mit diesen Kosten musst du für den Nachsendeauftrag rechnen

Wie gesagt, online ist günstiger als offline. Der Basispreis (eine Person) für die zwölf Monate dauernde Nachsendung liegt bei 30 CHF, vorausgesetzt, du regelst alles im Internet. Am Schalter oder per Telefon zahlst du hingegen 42 CHF. Solltest du mit deiner Familie oder mit WG-Mitgliedern umziehen, muss jede weitere Person nur noch 5 CHF berappen. Für Pakete zahlst du bei Empfang das Porto der aktuellen Preisliste.

Tipp: Du kannst dir die Post sogar ins Ausland hinterherschicken lassen. Das kostet dann aber ungefähr dreimal so viel wie das Nachsenden an eine Adresse im Inland. Checke für die aktuellsten Preise aber immer noch einmal vorher die Website der Schweizerischen Post.

 

Ausnahmen bestätigen die Regel

Nicht jeder Umschlag wird während der Dauer des Nachsendeauftrags einfach so an dich weitergeleitet. Die Post macht hier folgende Ausnahmen: PromoPost-Sendungen, Gratiszeitungen oder Kataloge von reinen Paketbotentouren mit einem Sendungsgewicht über 500 Gramm (Frankaturvermerk „CAT“) und Sendungen mit einer Postlager- oder Militäradresse als Zielort. Hinzu kommt, dass Betreibungsurkunden nur innerhalb des Betreibungskreises nachgesandt werden. Achtung: Wenn du eine Auslandsadresse angibst, werden ausserdem weder Gerichtsurkunden, Pakete noch Militärsendungen weitergeleitet.

 

Unterschied privater oder geschäftlicher Umzug

Musst du mit deiner Firma den bisherigen Standort wechseln, gestaltet sich der Nachsendeauftrag ähnlich wie bei einem privaten Umzug. Während Privatpost in der Regel mit einem Tag Verzögerung zugestellt wird, kommt beim Firmenwechsel alles wie gehabt an. Deswegen berechnen sich auch die Preise anders – nämlich je nach Aufwand und Gewicht. Dir wird dann eine monatliche Rechnung zugeschickt.

 

Zusatzservice der Post: die Adressaktualisierung

In dem ganzen Wirrwarr von Versicherungen und Zeitschriften-Abos kann man schon mal vergessen, dem einen oder anderen die neue Adresse mitzuteilen. Damit nach dem Ablauf deines Nachsendeauftrages deine Briefe auch weiterhin den Weg zu dir finden, kannst du der Post das Go für eine Adressaktualisierung erteilen. Das bedeutet, dass die Schweizerische Post Unternehmen und Institutionen deine neue Adresse mitteilen darf. Diese können deine Kontaktdaten dann in ihren eigenen Datenbanken aktualisieren.

„Wie, die geben einfach so meine Adresse heraus?“ denkst du jetzt vielleicht. Aber so ist es nicht. Die Herausgabe deiner neuen Adresse gilt nur für Unternehmen, mit denen du bereits vor deinem Umzug in Kontakt standest. Der Datenschutz ist also gewährt! Der Vorteil ist, dass du dich nicht selbst darum kümmern musst, deine Korrespondenzpartner zu informieren. Das spart eine Menge Zeit und minimiert den Umzugsstress.

Übrigens: Solltest du nicht wollen, dass die Post über deinen Umzug informiert, ist das überhaupt kein Problem. Nach Ablauf deines Nachsendeauftrages erhält der Absender die Post mit einem entsprechenden Vermerk zurück.

 

Jetzt ist der Weg frei

Hast du den Nachsendeauftrag eingereicht, kannst du deine alten vier Wände beruhigt hinter dir lassen. Nicht vergessen: Entferne bitte das Namensschild am alten Briefkasten. Bei deiner neuen Wohnung sorgst du am besten fix dafür, dass dein Name sowohl am Klingelschild als auch am Briefkasten gut sichtbar angebracht ist. So garantierst du, dass mit dem Nachsendeauftrag auch wirklich alles glatt läuft. Alles andere würde zu viel Verwirrung stiften.

 

Auch die Behörden wollen Bescheid wissen: Die wichtigsten Ummeldungen

Aber stopp: Nicht nur dein Zeitschriftenabo will wissen, wie deine neue Adresse lautet. Auch um dein Fahrzeug zum neuen Wohnort mitzunehmen, musst du einige Formalitäten beachten. Und auch dein Telefonanschluss muss umgemeldet werden, sonst heisst es für Anrufer: Kein Anschluss unter dieser Nummer.

 

Papierkram deluxe beim KFZ ummelden

Damit es bloss nicht zu einfach wird, bringt die Ummeldung deines KFZs ein bisschen Papierkram mit sich. Hier unterscheidet sich das Prozedere je nachdem, ob du im gleichen Kanton umziehst oder in einen neuen wechselst. In beiden Fällen gleich: Die Adresse im Führer- und Fahrzeugausweis muss angepasst werden. Dabei erhältst du dann einen neuen Fahrzeugausweis, der meistens gratis ist.

 

Gleicher Kanton

Ziehst du innerhalb eines Kantons um, kannst du dem Strassenverkehrsamt deine Adressänderung telefonisch mitteilen, sofern du einen neuen Führerausweis im Kreditkartenformat besitzt. Wenn nicht, musst du einen anfordern. Das funktioniert mit einem Umtauschformular, welches du auf www.strassenverkehrsamt.ch herunterladen kannst. Zusammen mit einem farbigen Passfoto schickst du das dann zum Strassenverkehrsamt. Deine Nummernschilder kannst du beim Umzug im gleichen Kanton einfach behalten. Die Ummeldung deines KFZs solltest du innerhalb von 14 Tagen über die Bühne bringen.

 

Anderer Kanton

Auch hier musst du dich spätestens 14 Tage nach deinem Umzug beim Strassenverkehrsamt melden. Dort bringst du das ausgefüllte Formular „Anmeldung zur Immatrikulation eines Fahrzeugs“ mit. Auch den bisherigen Fahrzeugausweis und einen neuen Haftpflichtversicherungsnachweis steckst du ein. Den Nachweis bekommst du auf Verlangen bei deiner Versicherungsgesellschaft.

Dein altes Nummernschild kannst du auf dem Strassenverkehrsamt dann gegen ein neues eintauschen. Nimm Nummernschild und Unterlagen einfach mit und sprich persönlich am Schalter vor. Hast du keine Zeit, dort extra hin zu fahren, kannst du die Unterlagen ansonsten auch mit der Post an das Strassenverkehrsamt schicken und die Nummernschilder auf der zuständigen Poststelle des Wohnortes tauschen.

Achtung: Die jeweiligen Preise und Gebühren variieren von Kanton zu Kanton.

 

Will auch umgemeldet werden: Dein Telefonanschluss

Damit potenzielle Anrufer nicht enttäuscht werden, kümmerst du dich um die Ummeldung deines Telefons am besten schon rechtzeitig. Das ist auch gar nicht so kompliziert. Drei bis vier Wochen vor deinem Umzug teilst du deiner Telefongesellschaft deine neue Adresse mit. Bei einigen Telefonanbietern kann man das sogar online erledigen. Einfacher geht es nicht. Halte dafür die letzte Telefonrechnung bereit. Im Optimalfall hast du den Namen und die Telefonnummer des Vormieters der neuen Wohnung parat. Die Daten kannst du bei deinem Vermieter oder der Hausverwaltung erfragen. Sei dir ausserdem darüber im Klaren, zu wann der neue Anschluss freigeschaltet werden soll und ab wann der alte abgeschaltet werden muss.

 

Formalitäten erledigt?

Klar, dieser ganze Papierkram kann einem schon ziemlich auf die Nerven gehen. Aber solange du den Überblick behältst, sollte das alles klappen. Sobald dein Umzugstermin steht, legst du dir vielleicht eine Tabelle an, in die du alle wichtigen Daten einträgst. Alternativ kannst du auch hier die Umzugscheckliste herunterladen und eine Aufgabe nach der Anderen abhaken. So vergisst du nichts und das Telefon in der neuen Wohnung kann vom ersten Tag an klingeln.

 

 

Das könnte dich auch interessieren

Diskussionspotenzial de luxe: Wer zahlt welche Mietschäden?

Sisyphos-Arbeit für den Umzug: Schränke abbauen

Tipps und Tricks: Umzugsreinigung und Wohnungsabgabe

Adé Schweiz, hallo neues Leben: Der Umzug ins Ausland

Money, money money: Das hat es mit der Mietkaution auf sich