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Formalitätendschungel: Alle Informationen zu Deinem neuen Mietvertrag

Die neue Wohnung ist endlich gefunden. Dass Du nicht sofort Deine Kisten packen und zügeln kannst, hast Du Dir wahrscheinlich schon gedacht. Bei einem Umzug hast Du immer auch ein paar Formalitäten zu regeln. Zu den wichtigsten Sachen gehört der Mietvertrag.

 

mietvertrag

Wichtige Formalität: Der Mietvertrag

 

Mietvertrag und Mietverhältnis: Wo liegt der Unterschied?

Der Mietvertrag ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien, sei es mündlich oder schriftlich. Obwohl auch ein mündlicher Vertrag gilt, ist dies unüblich. Wurde zudem schon von einem schriftlichen Vertrag gesprochen, kannst Du davon ausgehen, dass er erst in schriftlicher Form bindend ist.

Der vereinbarte Mietbeginn fängt meist erst später an. Dann beginnt auch das Mietverhältnis. Ab diesem Zeitpunkt bist Du in die Wohnung eingezogen und bezahlst Mietzins.

 

Mietvertrag: Wozu braucht es den eigentlich und was steht genau drin?

Ganz ehrlich: Würdest Du eine Wohnung vermieten ohne etwas Schriftliches festzuhalten? Genau, das macht man wohl nicht einmal unter Freunden. Ein Mietvertrag dient zur Sicherheit für beide Parteien und regelt gleichzeitig Rechte und Pflichten. Nach Schweizer Mietrecht ist genau festgelegt, welche Informationen im Vertrag enthalten sein müssen. Auf folgende Dinge solltest Du daher genau achten:

 

  • Nennung der Vertragspartner (Vermieter und Mieter)
  • Bestimmung des Mietobjekts (inkl. Quadratmeterzahl und Zustand der Wohnung. Auch Räumlichkeiten wie Waschküche, Keller etc. sollten aufgelistet werden.)
  • Dauer des Mietverhältnisses (inkl. Mindestmietdauer)
  • Mietzins (inkl. Bedingungen für eventuelle Mieterhöhungen)
  • Mietnebenkosten (Werden Nebenkosten nicht im Vertrag genannt, kann angenommen werden, dass sie im monatlichen Mietzins inklusive sind.)
  • Mietkaution
  • Kündigungsfristen
  • Übergabeprotokoll (genaue Auflistung von eventuellen Mängeln)
  • Weitere Vereinbarungen (z. B. Regelung zu Haustieren)
  • Hausordnung

 

Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob mit Deinem Mietvertrag alles in Ordnung ist, kannst Du Dich an einen Mieterverband in Deiner Region wenden.

Tipp: Als Mieter hat man das Recht, nach dem alten Mietzins zu fragen. Wurde der Mietzins mehr als 10% erhöht, kann dies missbräuchlich sein. Nach der Schlüsselabgabe hast Du maximal 30 Tage Zeit, den Anfangsmietzins anzufechten. Auch nach den Nebenkosten der letzten Jahre darfst Du fragen. Vor allem dann, wenn diese nicht pauschal, sondern nach Akontozahlung verrechnet werden.

 

Wie schliesst Du einen neuen Mietvertrag ab?

Der neue Mietvertrag muss unbedingt unterzeichnet werden, bevor Du in die neue Wohnung einziehst. Eine mündliche Vertragszusage seitens des Vermieters ist zwar auch gültig, aber im Ernstfall ist es klüger, etwas Schriftliches in der Hand zu halten.

Nimm Dir bei Unterzeichnung eines neuen Mietvertrages ausreichend Zeit und lies Dir alle Punkte ganz genau durch. Sobald man ein Schriftstück unterschrieben hat, ist es meist schwer, die getroffene Vereinbarung zu widerrufen. Ausserdem ist es kaum möglich, den Vertrag vor Beginn des Mietverhältnisses zu kündigen. Normalerweise gibt es kein Rücktrittsrecht vom Mietvertrag und bei Vertragsbruch kann Schadenersatz gefordert werden. Lass Dir daher vor Abschluss des Mietvertrages auch die Hausordnung zeigen. Gerade in Mehrfamilienhäusern wird oft auf eine strikte Einhaltung der Gemeinschaftsregeln geachtet. In der Hausordnung ist festgelegt, wie etwa die Reinigung des Treppenhauses oder die Pflege des Gartens geregelt ist. Auch nächtliche Dusch- und Badeverbote kann es geben. Solltest Du eine Nachteule sein, ist das für Dich eine wichtige Information.

Tipp: Überlege Dir in Ruhe, welche zusätzlichen Vereinbarungen im Mietvertrag für Dich relevant sind. Planst Du zum Beispiel eine mehrmonatige Weltreise oder ein Auslandssemester? Dann solltest Du Dich mit Deinem Vermieter darüber abstimmen, ob eine zeitlich begrenzte Untervermietung infrage kommt.

Der Mietvertrag muss in zweifacher Ausfertigung vorliegen und von Dir als Mieter und von Deinem Vermieter unterschrieben werden. Jeder Vertragspartner bekommt ein Original. Am besten fertigst Du Dir direkt dazu auch noch eine Kopie an und bewahrst Original und Kopie getrennt voneinander auf. Man weiss ja nie!

 

Mietrecht: Welche Rechte hast Du als Mieter?

Viele Punkte werden im Mietvertrag geregelt. Trotzdem hast du Rechte, die gelten, selbst wenn es im Mietvertrag anders geregelt ist.

Musizieren: Zwei bis drei Stunden zu musizieren ist ausserhalb der Ruhezeiten problemlos möglich, solange man nicht gerade Schlagzeug spielt. Dies kann ebenfalls weder durch Mietvertrag oder Hausordnung eingeschränkt werden. Trotzdem sollte Rücksicht auf Nachbarn genommen werden.

Rauchen: Rauchen ist grundsätzlich gestattet, auch wenn dies nach Mietvertrag verboten ist. Man muss jedoch Rücksicht auf die Nachbarn nehmen, sonst kann trotzdem die Kündigung drohen. Ausserdem muss man beim Auszug für die Kosten der Anti-Nikotinbehandlung von Decken und Wänden aufkommen. Die Privathaftpflicht-Versicherung übernimmt keine Schäden, die durch Zigarettenrauch entstanden sind.

Haustiere: Hamster, Wellensittiche und ähnlich unproblematische Tiere sind generell erlaubt, wenn nichts im Mietvertrag vermerkt ist. Auch Katzen und Hunde sind gestattet, wenn nichts Anderes abgemacht ist. Für andere Tiere ist jedoch eine schriftliche Erlaubnis des Vermieters nötig.

 

Nicht vergessen: So kündigst Du den alten Mietvertrag

Mindestens genauso wichtig wie der neue Mietvertrag ist auch der alte. Versäumst Du hier die Kündigungsfrist, kann es teuer für Dich werden. In der Schweiz liegt die übliche Kündigungsfrist für Mietverträge bei drei Monaten zum Monatsende. Schau aber genau in Deinem alten Mietvertrag nach. Ab und zu werden auch abweichende Kündigungsfristen vereinbart. Deine Kündigung muss auf jeden Fall schriftlich erfolgen. Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, schickst Du die Kündigung Deines alten Mietvertrages per Einschreiben an Deinen Vermieter.

Solltest Du die Frist verschlafen haben oder Deine neue Wohnung ist schon in zwei Monaten bezugsfertig, kannst Du in vielen Fällen auch selbst für einen Nachmieter sorgen. Oftmals sind Vermieter bereit, das Mietverhältnis vor der Kündigungsfrist zu beenden. Voraussetzung dafür ist, dass der Nachmieter die Wohnung zu den bisherigen Konditionen übernimmt. Sprich dies mit Deinem Vermieter individuell ab.

 

Bürokratie lohnt sich

Wie Du siehst, lohnt es sich, die Kündigungsfristen einzuhalten und gerade beim Mietvertrag bürokratisch vorzugehen. Denk dran: Ein ordentlich abgeschlossener Mietvertrag ist nicht nur eine Sicherheit für den Vermieter, sondern auch für Dich!

 

 

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